 Pastor Klaus-Georg Poehls, Prof. Friedemann Hellwig
 Verlesen der Namen
 das ehemalige "Judenhaus" am Steubenweg, heute Grotiusweg 36, in den 1930er Jahren eine Hachschara-Stätte für jüdische Jugendliche
 Gedenken 2008
 Prof. F. Hellwig, Dr. M. Schmidt, Dr. M. Johannsen
 Kranzniederlegung 2007



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Gedenken an die Deportationen aus dem Blankeneser „Judenhaus“ und an alle Opfer nationalsozialistischer Verfolgung in Blankenese 18. Juli 2010, 12.00 Uhr, Grotiusweg 36
Am 19. Juli 2010 jährte sich zum achtundsechzigsten Mal der Tag, an dem die letzten zehn Bewohner des von den Nazis als "Judenhaus" benutzten Hauses Steubenweg (heute: Grotiusweg) 36 deportiert wurden. Zwei Bewohnerinnen setzten ihrem Leben selbst ein Ende, um nicht deportiert zu werden. Alle damals nach Theresienstadt deportierten Bewohner des Hauses Steubenweg 36 kamen dort oder in anderen Konzentrationslagern ums Leben, ebenso wie die anderen namentlich bekannten Bewohner des Hauses, die schon vorher (vom Oktober 1941 bis Juli 1942) nach Lodz, Minsk, Riga oder Auschwitz deportiert worden waren. Wir haben an diese Menschen im Rahmen der Ausstellung „Viermal Leben – Jüdisches Schicksal in Blankenese“ im Jahr 2004 erinnert, ihre Namen stehen im Gedenkbuch für die Blankeneser Juden.
Nach unserer Kenntnis sind insgesamt 33 Menschen jüdischer Abstammung und jüdischen oder christlichen Glaubens aus Blankenese deportiert worden und in den Lagern umgekommen. Zehn setzten ihrem Leben selbst ein Ende. Mit drei weiteren nicht-jüdischen Männern wurden insgesamt 46 Menschen aus Blankenese Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Blankenese hat auf Vorschlag des "Vereins zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese" beschlossen, in jedem Jahr an dem Sonntag, der dem 19. Juli am nächsten liegt, dieser Toten zu gedenken.
Etwa achtzig Menschen folgten der Einladung zu dem diesjährigen Gedenken am Sonntag, 18. Juli 2010 um 12.00 Uhr vor dem Grundstück des Hauses Grotiusweg 36. Es sprachen
Prof. Friedemann Hellwig » PDF-Dokument und » 
Propst Dr. Horst Gorski » PDF-Dokument und » 
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Der Cantus Blankenese unter Leitung von Hartwig Willenbrock sang nach der Ansprache von Prof. Hellwig den Choral "Aus tiefer Not schrei ich zu dir" von Heinrich Schütz. » 
Annegret Saphir, begleitet von Michael Bentzien an der Gitarre, sang "Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt" von Felicitas Kukuck, nach dem Gedicht von Schalom Ben-Chorin (geb. Fritz Rosenthal) "Das Zeichen" (1942) » 
Die Namen und die Lebens- und Todesdaten der 46 Ermordeten wurden verlesen. Schilder mit ihrem Namen wurden zusammen mit Blumen am Zaun des Grundstücks befestigt. » PDF-Dokument
Wolfgang Seibert, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Pinneberg, sprach das Gebet für die Opfer des Nationalsozialismus "El Male Rahami", und Gillel Melamed, 1946 bis 1948 Mathematiklehrer der Kinder von Blankenese am Kösterberg, sprach das "Kaddisch", das jüdische Totengebet. »
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Gedenken an die aus dem Blankeneser „Judenhaus“ Deportierten 19. Juli 2009, 11.45 Uhr, Grotiusweg 36
Bericht: » PDF-Dokument Rede von Prof. Friedemann Hellwig: » PDF-Dokument
Ansprache von Pastor Klaus-Georg Poehls: » PDF-Dokument
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Gedenken am Grotiusweg 36 19. Juli 2008, 11.00 Uhr
Rede von Dr. Margret Johannsen: » Word-Dokument | » PDF-Dokument
Gedicht von Hilde Domin "Graue Zeiten": » Word-Dokument | » PDF-Dokument
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Kranzniederlegung am Grotiusweg 36 19. Juli 2007, 11.00 Uhr
Rede von Bärbel Rose: » Word-Dokument | » PDF-Dokument
Gedicht von Nelly Sachs "Ihr Zuschauenden": » Word-Dokument | » PDF-Dokument
Seit dem Beginn der Tätigkeit des Vereins zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese sind eine Reihe von Stolpersteinen verlegt worden, die an den Wohnorten von Menschen, die aus Blankenese deportiert wurden oder sich in der Ausweglosigkeit der Verfolgung das Leben genommen haben, an diese erinnern.
Das Haus Steubenweg 36, heute Grotiusweg 36, hat eine besonders wechselvolle Geschichte hinter sich: Ursprünglich von einem jüdischen Zahnarzt erbaut, diente es in den 30er Jahren als Hachschara, als Ausbildungsstätte für junge Menschen zur Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. In den 40er Jahren befand es sich im Besitz der Freien und Hansestadt Hamburg und wurde als Judenhaus, zur zwangsweisen konzentrierten Unterbringung als Juden verfolgter Menschen, verwendet. Aus diesem Haus wurden mindestens 15 Menschen deportiert, die meisten von ihnen mit dem Transport am 19.7.1942 nach Theresienstadt. Zwei Frauen nahmen sich unmittelbar vor diesem Transport das Leben. Alle uns bekannten zeitweiligen Bewohner dieses "Judenhauses" kamen ums Leben.
Bis heute gibt es keine bleibende Erinnerung an diese schrecklichen Ereignisse im Haus Steubenweg 36. Seit 2005 erinnert der Verein am 19. Juli mit einer Kranzniederlegung und einer Gedenkfeier an die Ereignisse der Jahre 1941 und 1942 und die Geschichte des "Judenhauses".
Die letzten Bewohner des „Judenhauses“ Steubenweg 36 (Deportation oder Suizid)
- Arnthal, Olga Babette, geb. Wallach, geb. 01.10.1873 Kassel
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gest. 03.12.1942
- Bachrach, Johanna, geb. Borchardt, geb. 18.02.1867 Exin
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, von dort 21.09.1942 Minsk
- Bodenheimer, Reline, geb. Wolff, geb. 30.01.1868
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gest. 08.02.1943
- Bundheim, Caroline Gela Fanny, geb. Wertheim, geb. 28.10.1865
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gest. 02.10.1942
- Emanuel, Esther, geb. 21.03.1921
Deportiert 11.07.1942 Auschwitz
- Frank, Betti, geb. Levi, geb. 3.9.1894 Unterrieden
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, von dort Oktober 1944 Auschwitz
- Frank, Siegfried, geb. 01.03.1892 Willmars
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, von dort 28.09.1944 Auschwitz
- Friede, Elsa, geb. Perlmann, geb. 29.08.1875 Königsberg
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 10.07.1944
- Kahan, Ernestine Erna, geb. 30.06.1920 Berlin
Deportiert 25.10. 1941 Lodz, dort gestorben 01.09.1942
- Kostezki, Rachila, geb. Galkowitz , geb. 15.06.1892 Libau
Deportiert 25.10.1941 Lodz, von dort 10.05.1942 Chelmno
- Leicht, Sidonie, geb. Neumann, geb. 17.01.1864 Radwanitz
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 02.01.1943
- Levi, Recha, geb. Bodenheim, geb. 15.01.1865 Mannheim
Gestorben 16.07.1942 Suizid
- Löb, Hildegard, geb. 06.03.1923
Deportiert 06.12.1941 Riga
- Philip, Fanny, geb. 29.11.1867 Hamburg
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 09.01.1943
- Rosenmeyer, Jenny, geb. Calmann, geb. 22.09.1868 Hamburg
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 24.11.1942
- Schümann, Selma, geb. Cohn, geb. 09.05.1876 Hamburg
Gestorben 17.07.1942 Suizid
- von der Walde, Simon, geb. 24.07.1924 Emden
Deportiert 18.11.1941 Minsk
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Gedenken am Grotiusweg 36*
19. Juli 2006, 11 Uhr*
Wie im Vorjahr hat der Verein auch 2006 am Jahrestag des letzten uns bekannten Transportes nach Theresienstadt an die Geschichte des Hauses Steubenweg 36/Grotiusweg 36 erinnert und am Ort des Geschehens der ermordeten Bewohner des damaligen "Judenhauses" gedacht.
In Vertretung des Vorsitzenden Dr. Martin Schmidt richtete Prof. Friedemann Hellwig das Wort an die vor dem Grotiusweg 36 (früher Steubenweg 36) Versammelten. Er erinnerte an die Geschehnisse des 19. Juli 1942, an die Deportation der Bewohner dieses Hauses, das zuvor zum "Judenhaus" erklärt wurde in der Absicht, hier Menschen zusammenzupferchen, um sie leichter in die Konzentrationslager bringen zu können. Gedacht wurde auch derjenigen, die sich der anstehenden Deportation durch Selbsttötung entzogen hatten. Reihum verlasen die Versammelten die Namen der 17 Opfer. Schleifen mit ihren Namen und Lebensdaten, dazu Blumen markieren die Stelle des Verbrechens.
Gedenken am Grotiusweg 36*
19. Juli 2005, 11 Uhr*
Rede von Sabine Boehlich: » Word-Dokument | » PDF-Dokument
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