 Pastor Klaus-Georg Poehls, Prof. Friedemann Hellwig
 Verlesen der Namen
 das ehemalige "Judenhaus" am Steubenweg, heute Grotiusweg 36, in den 1930er Jahren eine Hachschara-Stätte für jüdische Jugendliche
 Gedenken 2008
 Prof. F. Hellwig, Dr. M. Schmidt, Dr. M. Johannsen
 Kranzniederlegung 2007



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Gedenken an die aus dem Blankeneser „Judenhaus“ Deportierten 19. Juli 2009, 11.45 Uhr, Grotiusweg 36
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Ansprache von Pastor Klaus-Georg Poehls: » PDF-Dokument
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Gedenken am Grotiusweg 36 19. Juli 2008, 11.00 Uhr
Rede von Dr. Margret Johannsen: » Word-Dokument | » PDF-Dokument
Gedicht von Hilde Domin "Graue Zeiten": » Word-Dokument | » PDF-Dokument
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Kranzniederlegung am Grotiusweg 36 19. Juli 2007, 11.00 Uhr
Rede von Bärbel Rose: » Word-Dokument | » PDF-Dokument
Gedicht von Nelly Sachs "Ihr Zuschauenden": » Word-Dokument | » PDF-Dokument
Seit dem Beginn der Tätigkeit des Vereins zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese sind eine Reihe von Stolpersteinen verlegt worden, die an den Wohnorten von Menschen, die aus Blankenese deportiert wurden oder sich in der Ausweglosigkeit der Verfolgung das Leben genommen haben, an diese erinnern.
Das Haus Steubenweg 36, heute Grotiusweg 36, hat eine besonders wechselvolle Geschichte hinter sich: Ursprünglich von einem jüdischen Zahnarzt erbaut, diente es in den 30er Jahren als Hachschara, als Ausbildungsstätte für junge Menschen zur Vorbereitung auf die Auswanderung nach Palästina. In den 40er Jahren befand es sich im Besitz der Freien und Hansestadt Hamburg und wurde als Judenhaus, zur zwangsweisen konzentrierten Unterbringung als Juden verfolgter Menschen, verwendet. Aus diesem Haus wurden mindestens 15 Menschen deportiert, die meisten von ihnen mit dem Transport am 19.7.1942 nach Theresienstadt. Zwei Frauen nahmen sich unmittelbar vor diesem Transport das Leben. Alle uns bekannten zeitweiligen Bewohner dieses "Judenhauses" kamen ums Leben.
Bis heute gibt es keine bleibende Erinnerung an diese schrecklichen Ereignisse im Haus Steubenweg 36. Seit 2005 erinnert der Verein am 19. Juli mit einer Kranzniederlegung und einer Gedenkfeier an die Ereignisse der Jahre 1941 und 1942 und die Geschichte des "Judenhauses".
Die letzten Bewohner des „Judenhauses“ Steubenweg 36 (Deportation oder Suizid)
- Arnthal, Olga Babette, geb. Wallach, geb. 01.10.1873 Kassel
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gest. 03.12.1942
- Bachrach, Johanna, geb. Borchardt, geb. 18.02.1867 Exin
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, von dort 21.09.1942 Minsk
- Bodenheimer, Reline, geb. Wolff, geb. 30.01.1868
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gest. 08.02.1943
- Bundheim, Caroline Gela Fanny, geb. Wertheim, geb. 28.10.1865
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gest. 02.10.1942
- Emanuel, Esther, geb. 21.03.1921
Deportiert 11.07.1942 Auschwitz
- Frank, Betti, geb. Levi, geb. 3.9.1894 Unterrieden
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, von dort Oktober 1944 Auschwitz
- Frank, Siegfried, geb. 01.03.1892 Willmars
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, von dort 28.09.1944 Auschwitz
- Friede, Elsa, geb. Perlmann, geb. 29.08.1875 Königsberg
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 10.07.1944
- Kahan, Ernestine Erna, geb. 30.06.1920 Berlin
Deportiert 25.10. 1941 Lodz, dort gestorben 01.09.1942
- Kostezki, Rachila, geb. Galkowitz , geb. 15.06.1892 Libau
Deportiert 25.10.1941 Lodz, von dort 10.05.1942 Chelmno
- Leicht, Sidonie, geb. Neumann, geb. 17.01.1864 Radwanitz
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 02.01.1943
- Levi, Recha, geb. Bodenheim, geb. 15.01.1865 Mannheim
Gestorben 16.07.1942 Suizid
- Löb, Hildegard, geb. 06.03.1923
Deportiert 06.12.1941 Riga
- Philip, Fanny, geb. 29.11.1867 Hamburg
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 09.01.1943
- Rosenmeyer, Jenny, geb. Calmann, geb. 22.09.1868 Hamburg
Deportiert 19.07.1942 Theresienstadt, dort gestorben 24.11.1942
- Schümann, Selma, geb. Cohn, geb. 09.05.1876 Hamburg
Gestorben 17.07.1942 Suizid
- von der Walde, Simon, geb. 24.07.1924 Emden
Deportiert 18.11.1941 Minsk
Gedenken am Grotiusweg 36*
19. Juli 2006, 11 Uhr*
Wie im Vorjahr hat der Verein auch 2006 am Jahrestag des letzten uns bekannten Transportes nach Theresienstadt an die Geschichte des Hauses Steubenweg 36/Grotiusweg 36 erinnert und am Ort des Geschehens der ermordeten Bewohner des damaligen "Judenhauses" gedacht.
In Vertretung des Vorsitzenden Dr. Martin Schmidt richtete Prof. Friedemann Hellwig das Wort an die vor dem Grotiusweg 36 (früher Steubenweg 36) Versammelten. Er erinnerte an die Geschehnisse des 19. Juli 1942, an die Deportation der Bewohner dieses Hauses, das zuvor zum "Judenhaus" erklärt wurde in der Absicht, hier Menschen zusammenzupferchen, um sie leichter in die Konzentrationslager bringen zu können. Gedacht wurde auch derjenigen, die sich der anstehenden Deportation durch Selbsttötung entzogen hatten. Reihum verlasen die Versammelten die Namen der 17 Opfer. Schleifen mit ihren Namen und Lebensdaten, dazu Blumen markieren die Stelle des Verbrechens.
Gedenken am Grotiusweg 36*
19. Juli 2005, 11 Uhr*
Rede von Sabine Boehlich: » Word-Dokument | » PDF-Dokument
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