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Chronik 


2001
Bei den zahlreichen Veranstaltungen aus Anlass von 700-Jahre-Blankenese wird die Geschichte Blankeneses im 3. Reich und die Judenverfolgung weitgehend vernachlässigt.

13. November 2002
In Blankenese werden vom Kölner Künstler Gunter Demnig die ersten drei "Stolpersteine" zur Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gelegt, nämlich am Bahnhofsplatz für das Ehepaar Alexander und am Strandweg für Julius Asch.

28. März 2003
Gründung des "Vereins zur Erforschung der Geschichte der Juden in Blankenese" mit dem Ziel, die Geschichte der im Nationalsozialismus fast vollständig vertriebenen oder umgebrachten Juden nicht vergessen zu lassen.

4. Juni 2003
Auf einer Pressekonferenz stellt der Verein seine Ziele öffentlich vor: Im Jahr 2004 soll in Blankenese eine Ausstelllung gezeigt werden, die anhand von vier Einzelschicksalen über das Leben und die Verfolgung der Juden im Blankenese während der Naziherrschaft informieren soll. Die Bewohner Blankeneses werden zur Mitarbeit bei der Erforschung der Vergangenheit aufgefordert. Die Presseartikel haben zahlreiche Kontakte mit "Zeitzeugen" zur Folge.

24. Juni 2003
Der Kirchenvorstand der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde beschliesst, den Gemeindesaal im Frühjahr 2004 für ca. sechs Wochen für die Ausstellung zur Verfügung zu stellen.
Die Kirchengemeinde wird sich bei der Erarbeitung der Geschichte Blankeneses und der Kirchengemeinde selbst beteiligen.

Sommer 2003
Der Verein beauftragt die Agentur exhibit mit der Erarbeitung der Ausstellung. Die Agentur gewinnt ihrerseits Peter Schmidt zur Mitarbeit, der dann die künstlerische Gestaltung der Ausstellung prägt.

6. September und 8. November 2003
Der Verein wirbt mit einem Stand am Wochenmarkt für seine Ziele und gewinnt neue Mitglieder und Sympathisanten.

Herbst 2003/Frühjahr 2004
Die Geschichte Blankeneses im 3. Reich wird erforscht, das Gedenkbuch für die Blankeneser Juden, die Dokumentation über Schulen und Vereine und das Gedenkbuch der Kirchengemeinde werden erarbeitet, das Rahmenprogramm mit wissenschaftlichen Vorträgen, Lesungen, Stadtteilführungen und Konzerten geplant.

29. Januar 2004
Peter Schmidt stellt auf einer Pressekonferenz das Modell der Ausstellung vor.

12. April (Ostermontag) 2004, 18 Uhr
Zur Eröffnungsveranstaltung der Ausstellung kommen in die überfüllte Blankeneser Kirche ca. 750 bis 800 Menschen. Die Festrede hält Ralph Giordano. Als Ehrengäste sind auch Angehörige der vier in der Ausstellung besonders dargestellten Personen, aus Deutschland, Holland, England und Mexiko anwesend.

14. April 2004
In Blankenese werden 15 Stolpersteine gelegt.

13. April bis zum 18. Mai 2004
Die Ausstellung wird (an 36 Tagen) von ca. 2 500 Einzelbesuchern und ca. 1500 Menschen in Gruppen (vorwiegend Schulklassen, aber auch z.B. eine Bundeswehrgruppe) besucht. Das überwiegend positive Echo ist in den Eintragungen im Gästebuch der Ausstellung sichtbar. Auch die Veranstaltungen des Rahmenprogramms sind fast alle, von insgesamt über 2000 Besuchern, gut besucht. Über die Ausstellung wird in fast allen Hamburger Tageszeitungen, den lokalen Wochenblättern und Monatszeitschriften, im Rundfunk und von den lokalen Fernsehsendern (NDR-Hamburg und Hamburg 1) berichtet.

21. Januar bis zum 25. Februar 2005
Die Ausstellung wird im Börsensaal der Handelskammer Hamburg, Adolphsplatz 1, 20457 Hamburg gezeigt.

26. September bis 3. Oktober 2005
Eine Gruppe der jüdischen "Kinder von Blankenese" besucht auf Einladung des Vereins Blankenese. Sie hatten im Kindesalter die Verfolgung durch die Nazis überlebt. Fast alle waren Waisen. Im Warburg Childrens Health Home auf dem Kösterberg waren sie auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet worden. Fast sechzig Jahre später waren sechsunddreißig der damals Geretteten, einige mit Ehepartnern und Kindern, für eine Woche in Blankenese zu Gast. Ermöglicht wurde der Besuch durch großzügige Patenschaften Blankeneser Bürger.

22. Mai bis 19. Juni 2005
Kunstausstellung Harry Reuss Löwenstein im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese. Es ist die erste von sieben Ausstellungen mit Werken jüdischer Künstler, die in Blankenese gelebt oder gearbeitet haben.

19. Juli 2005
Kranzniederlegung am Grotiusweg 36 (vormals Steubenweg 36) zur Erinnerung an die Geschichte des hier befindlichen "Judenhauses" und den letzten Transport nach Theresienstadt am 19.7.1942.

18. November bis 16. Dezember 2005
Kunstausstellung Harry Reuss Löwenstein in Finkenwerder

19. Juli 2006
Gedenken an die aus dem Blankeneser „Judenhaus“ Deportierten am Grotiusweg 36.

4. September bis 7. Oktober 2006
Kunstausstellung Lore Feldberg-Eber im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.

28. September 2006
Veröffentlichung des Buchs „Kirschen auf der Elbe – Das jüdische Kinderheim Blankenese 1946-1948“. Nach der hebräischen Originalausgabe "Duvdevanim al Ha-Elbe", hrg. von Jizchak Tadmor, Givat Haviva 1996.

4. bis 11. Oktober 2006
Zum zweiten Mal besucht eine Gruppe der jüdischen "Kinder von Blankenese" auf Einladung des Vereins Blankenese. Sie hatten im Kindesalter die Verfolgung durch die Nazis überlebt. Fast alle hatten ihre Eltern verloren. Im Warburg Childrens Health Home auf dem Kösterberg waren sie auf die Ausreise nach Palästina vorbereitet worden. Achtundvierzig der damals Geretteten, begleitet von zwölf Angehörigen, sind fast sechzig Jahre später für eine Woche in Blankenese zu Gast. Auch dieser zweite Besuch wurde ermöglicht durch großzügige Patenschaften Blankeneser Bürger.

19. Juli 2007
Gedenken an die aus dem Blankeneser „Judenhaus“ Deportierten am Grotiusweg 36

9. September bis 12. Oktober 2007
» Kunstausstellung Annemarie Ladewig im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.

19. Juli 2008
Gedenken an die aus dem Blankeneser „Judenhaus“ Deportierten am Grotiusweg 36

31. August bis 4. Oktober 2008
» Kunstausstellung Erich Grandeit im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.

14. März 2009
Umzingeln eines NPD-Standes in der Blankeneser Bahnhofstraße

19. Juli 2009
Gedenken an die aus dem Blankeneser „Judenhaus“ Deportierten am Grotiusweg 36

30. August bis 3. Oktober 2009
» Kunstausstellung Gretchen Wohlwill im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.

10. September 2009
Veröffentlichung der Broschüre „Von der Richard-Dehmel-Schule zur Gorch-Fock-Schule. Die Geschichte einer Umbenennung“. Die Broschüre zeichnet die Umbenennung der 1929 erbauten Schule nach. Für die Nationalsozialisten war der Name Richard Dehmel untragbar geworden, weil dessen Frau Ida Dehmel eine Jüdin war.

18. Juli 2010
Gedenken an die Deportationen aus dem Blankeneser „Judenhaus“ und an alle Opfer nationalsozialistischer Verfolgung in Blankenese, Grotiusweg 36

7. Oktober 2010 und 17. November 2010
Der nach dem Buch „Kirschen auf der Elbe“ von Raymond Ley gedrehte Dokumentarfilm "Die Kinder von Blankenese" wird auf dem FILMFEST HAMBURG und im Fernsehen bei ARTE gezeigt. Wiederholung am 9. November 2011 in Das Erste (ARD).

25. November 2010
In einer Feierstunde erinnert die Gorch-Fock-Schule an ihre Umbenennung von Richard-Dehmel-Schule in Gorch-Fock-Schule durch die Nationalsozialisten 1937. Am Eingang der Schule wird eine Gedenktafel des Künstlers Till Verclas angebracht.

23. Januar bis 5. März 2011
» Kunstausstellung Kurt Löwengard im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.

23. Januar bis 5. März 2011
Kunstausstellung Kurt Löwengard im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.

Februar 2011
Bis Februar 2011 sind insgesamt neun weitere Stolpersteine gelegt worden. Damit erhöht sich deren Gesamtzahl in Blankenese (einschließlich der Straße Bockhorst) auf 27.

17. Juli 2011
Gedenken an die Deportationen aus dem Blankeneser „Judenhaus“ und an alle Opfer nationalsozialistischer Verfolgung in Blankenese in der evangelisch-lutherischen Kirche Blankenese. Gedenkfeier im Grotiusweg 36.

20. November 2011 bis 14. Januar 2012
Kunstausstellung Alma del Banco im Gemeindehaus der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Blankenese.