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'Stolpersteine'
Stolpersteine sind kleine Metallplatten, die an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, und zwar in der Regel dort, wo sie gewohnt haben. Sie enthalten die Namen und die Lebensdaten der Toten und werden fest in die Gehwege eingelegt. Die Idee zu den Stolpersteinen ist vor einigen Jahren von dem Kölner Künstler Gunter Demnig entwickelt worden und wird von ihm mittlerweile in vielen deutschen Städten verwirklicht.
LAGEPLAN der Stolpersteine

In Blankenese liegen Stolpersteine für:
Alexander, Dr. phil. Walter
geb.16.09.1871 New York, gest. 06.12.1942 Theresienstadt
Alexander, Hedwig geb. 04.11.1877 Wien, gest. 15.02.1943 Theresienstadt
Blankeneser Bahnhofsplatz 15 (Godeffroystr. 42)
Beide am 19.07.1942 nach Theresienstadt deportiert und dort gestorben.
Asch, Julius
geb. 30.08.1875 Rawitsch/Kreis Posen (Polen), Freitod 02.01.1939 Blankenese
Mitinhaber der Fa. Chs. Lavy & Co.
Selma Berend, geb. Lichtenstein
7.3.1884 geb. in Hamburg, am 8.11.1941
deportiert nach Minsk, dort umgekommen
Kösterbergstraße 42
Ida Dehmel, geb. Coblenz
14.1.1870 geb. in Bingen a. Rh., 29.9.1942
Freitod
Richard-Dehmel-Straße 1
Alma del Banco
24.12.1862 geb. in Hamburg, 7.3.1943 Freitod
Hasenhöhe 95 (ab 1938)
Josef Feiner
24.10.1863 geb. in Wittlich, 11.3.1938 Freitod
Kahlkamp 1a
Irene Hess, geb. Steinthal
23.7.1873 geb. in Berlin, am 19.7.1942 deportiert
nach Theresienstadt, dort gestorben am
15.4.1943
Richard-Dehmel-Straße 1
Peter Hess
17.7.1908 geb. in Hamburg, am 19.7.1942
deportiert nach Theresienstadt, von dort nach
Auschwitz, dort umgekommen
Richard-Dehmel-Straße 1
Pauline Heller
13.7.1864 geb. in Hamburg, 15.7.1942 deportiert
nach Theresienstadt, dort gestorben am 4.8.1942
Bremers Weg 4
Sophie Rahel Jansen, geb. Schlossmann
26.3.1862 geb. in Hamburg, 17.7.1942 Freitod
Blankeneser Hauptstraße 56
Gustav Levy
26.7.1883 geb. in Hamburg, 12.2.1943 deportiert
nach Auschwitz, dort gestorben am 20.2.1943
Wilmanspark 4, später Isestraße 96,
Dillstraße 15, schließlich im Polizeigefängnis
Fuhlsbüttel
Jacob Lurie
27.11.1864 geb. in Telschen/Russland,
31.12.1938 Freitod
Panzerstraße 14, dann Wulfsdal 22, Fichtenweg
(heute Hilgendorfweg) 29
Dr. med Ernst Moritz Rappolt
12.5.1868 geb. in Hamburg, 9.4.1942 Freitod
Rissener Landstraße 24
Moritz Rosenblum
14.9.1876 geb. in Salzwedel, am 15.7.1942
deportiert nach Theresienstadt, dort gestorben
am 2.3.1944
Bockhorst 52, später Isestraße 19, Grindelberg
45, Grindelberg 80, Beneckestraße 6
Isidor Salomon
12.12.1869 geb. in Lessen, am 19.7.1942
deportiert nach Theresienstadt, am 21.9.1942
von dort nach Treblinka, dort umgekommen
Sülldorfer Kirchenweg 34
Ilse Silbermann
26.3.1920 geb. in Berlin, am 11.7.1942 deportiert
nach Auschwitz, dort gestorben am 13.7.1942
Godeffroystraße 38 (früher Nr. 42 )
Dr. med Karl Stern
20.6.1883 geb. in Eschwege, 21.2.1935 Freitod
im Amtsgericht Blankenese
Strandweg 67.
Der Stein wird verlegt vor dem Amtsgericht,
Dormienstraße 7
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Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. ehrt das Bürgerengagement für die "Stolpersteine"
Der Max-Brauer-Preis 2004 geht an Hamburger Bürger, die eine Patenschaft für die "Stolpersteine" übernommen haben. Die Gedenksteine erinnern an Opfer des Nationalsozialismus. Am 19. April 2004 lädt die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. in die St. Michaeliskirche in Hamburg ein, um sowohl das außerordentliche Engagement von Hamburger Bürgern als auch die wissenschaftliche Forschung und historisch-politische Bildung auszuzeichnen.
Gewürdigt wird Ina Lorenz, Professorin für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Hamburg und stellvertretende Direktorin am Institut für die Geschichte der deutschen Juden in Hamburg. Sie nimmt den Preis in Höhe von 15.000 Euro treuhänderisch entgegen. Das Preisgeld ist für die weitere Forschung vorgesehen.
Zudem erhält der Hamburger Kunstsammler Peter Hess die Max-Brauer-Medaille, die in der Regel mit dem Preis und der Urkunde zusammen verliehen wird. Er hatte 2002 die Idee der "Stolpersteine" in Hamburg aufgegriffen und kümmert sich seitdem um die Verlegung der Gedenksteine, die an ermordete Juden erinnern.
Auch der Kölner Bildhauer Gunter Demnig, der 1995 die ersten Stolpersteine in Köln verlegte, wird zur Preisverleihung kommen. Am Vormittag des 19. April wird der Künstler 12 Gedenksteine vor einem Hamburger Wohnhaus in den Bürgersteig einsetzen.
Gunter Demnig hatte mit seinem Projekt "Stolpersteine" eine neue Form der Erinnerung an Opfer des Nationalsozialismus gefunden. Mit Messingschildern versehene Betonsteine im Straßenpflaster kennzeichnen jene Häuser, in denen Juden, aber auch Sinti und Roma sowie Kommunisten bis zu ihrer Deportation wohnten. Mittlerweile liegen in Hamburgs Gehwegen ca. 750 Steine.
Zusammen mit dem Preis verleiht die Stiftung jährlich drei Max-Brauer-Schulwanderstipendien in Höhe von je 2.560 Euro an Hamburger Schulen. Damit fördert sie die europäische Verständigung unter Jugendlichen, die die Gelegenheit erhalten, Naturgebiete und Kulturlandschaften in Europa kennenzulernen.
Der Max-Brauer-Preis wird seit 1993 zum Gedenken an Max Brauer (1887-1973), den ersten Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg nach dem Zweiten Weltkrieg, verliehen. Der Preis wird einmal jährlich an Persönlichkeiten und Einrichtungen in der Freien und Hansestadt Hamburg überreicht, die sich durch besonderes Engagement für das kulturelle, wissenschaftliche oder geistige Leben Hamburgs hervorgetan haben.
Ein unabhängiges Kuratorium wählt die Preisträger aus. Ihm gehören derzeit an: Marianne Tidick, Ministerin für Forschung u. Kultur in Schleswig Holstein a. D., Nikolaus W. Schües, F. Laeisz Schiffahrtsgesellschaft mbH + Co.KG, Professor Dr. Franklin Kopitzsch, Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Hamburg, Matthias Schwark, Patriotische Gesellschaft, und Dr. Theo Sommer, Die ZEIT.
Weitere Informationen erhalten Sie bei Susanne Landwehr, Alfred Toepfer Stiftung F.V.S., Tel.: 040 / 33 40 217; e-mail: landwehr@toepfer-fvs.de
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